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Corona Tagebuch #8

Mehr Menschlichkeit durch Videos

 

Die Corona Krise verlangt den Beschäftigten in der Gesundheitsbranche immens viel ab. Die Belastung ist hoch und steigt zunehmend, die Stimmung ist angespannt. Umfangreiche Informationen im Intranet oder Internet sind da eine gute Möglichkeit, um auch in Krisenzeiten transparent zu kommunizieren und dafür zu sorgen, dass Unsicherheiten – wo immer möglich – beseitigt werden. Hier ist es absolut ratsam, sich so präzise wie es geht auszudrücken und die wichtigsten Inhalte auf direktem Weg zugänglich zu machen.

 

Zeit für die leisen Töne

Doch gerade jetzt, in einer Zeit, in der so viel Zwischenmenschliches auf der Strecke bleibt und keine Zeit mehr für Dinge abseits der Krisenbewältigung bleibt, muss man sich bemühen, auch bewusst Raum für die leisen Töne zu schaffen. Als zusätzliche Maßnahme zu all der schriftlichen und situationsbezogenen Kommunikation empfehle ich dafür noch eine weitere Medienform: Videos! Videos direkt von Ihnen als Führungskraft an die Belegschaft, um Ihr Team zu motivieren, den Kontakt zu halten und auf die neuen Herausforderungen einzuschwören. Diese emotionale Komponente lässt sich schwer durch einen Text transportieren; Stimme, Gestik und Mimik machen hier den Unterschied.

 

Möglichkeiten, ein solches Video zu verteilen, gibt es viele. Gut geht es als Bestandteil eines modernen Intranets, auf das alle Mitarbeiter*innen Zugriff haben. Noch besser ist ein Upload auf YouTube, egal ob zugangsbeschränkt oder öffentlich verfügbar. Den Link können Sie dann im Intranet oder per Mail an alle Mitarbeiter*innen verteilen. Wichtig ist, dass das Video für alle unkompliziert auf möglichst jedem Endgerät verfügbar ist. Denn gerade in der Gesundheitsbranche ist es oft schwierig, echte “All-Hands-Meetings” mit allen Beschäftigten in einem (virtuellen) Raum durchzuführen. Da kann ein Video, das man eben dann ansehen kann, wenn Zeit dafür ist, eine gute Alternative sein, um trotzdem alle zu erreichen.

 

Perfektion ist fehl am Platz

Tatsächlich kann jede*r ein solches Video anfertigen, denn das notwendige Equipment dazu haben wir alle in der Hosentasche: Jedes Smartphone ist dafür leistungsfähig genug. Wer sich mit einer Ansprache aus dem Stegreif nicht wohlfühlt, der kann sich einen Text vorschreiben und ihn dann vorlesen. Versprecher sind übrigens erlaubt und wer sie doch ungern im Video veröffentlicht, der kann einfach noch einmal von vorne beginnen. Und damit ist die Sache schon erledigt. Natürlich kann man mit einer entsprechenden Kamera, passendem Licht, einem guten Setting und vielen weiteren Spielereien an der technischen Qualität des Videos arbeiten. Doch im Moment kommt es darauf nicht an. Was zählt, ist einzig der Inhalt. Deshalb kann ich nur raten: Seien Sie nahbar und haben Sie nicht den Anspruch, alles ‘klinisch’ perfekt zu machen. Lassen Sie zu, dass man ihnen die anstrengenden letzten Tage und Wochen ansieht, denn es geht allen so. Sprechen Sie offen ihre Dankbarkeit aus, denn nur gemeinsam und mit gegenseitiger Unterstützung schaffen bewältigen wir die Krise. Sprechen Sie auch offen über die größten Herausforderungen, die sich Ihnen gerade stellen. Und natürlich auch über die kleinen und gro0ßen Erfolge, die sie schon verzeichnen konnten. Am besten mit sehr konkreten Beispielen. Das ist keine Angeberei, sondern zeigt allen noch einmal deutlich, wofür sie das alles überhaupt auf sich nehmen.

 

Eine gute Führungskraft sollte nicht den Anspruch haben, stets unfehlbar oder allwissend zu sein, sondern menschlich. Gerade jetzt, wo es darauf ankommt, alle Kräfte zu mobilisieren, ist Menschlichkeit das größte Gut.

 

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