Das Cynefin-Framework,  Ausgangsbasis vor dem Projektstart



Das Cynefin Framework ist ein Projektmodell zur Beschreibung und Klassifizierung anfallender Aufgaben und Projekte. Je nach Art von Projekten kann eine unterschiedliche Vorgehensweise zur Umsetzung hilfreich sein. Erstellt wurde es von dem walisischen Wirtschaftswissenschaftler Dave Snowden. Daher auch der Name dieses Modells „Cynefin“ das so viel wie „Lebenswirklichkeiten“ bedeutet. Das Cynefin-Framework besteht auf 5 Arealen. Jedes Areal hat Vorteile Projekte in einer bestimmten Art von Vorgehensweise umzusetzen. Kurz Erläutert sind die:

 

 

 

Simpel (Obvious)

Hier ist zwischen Ursache und Wirkung für alle offensichtlich was passiert und wie vorgegangen wird. Für Projekte wäre die beste Vorgehensweise das Ursache – Wirkung Prinzip und wir können bewährte Praktiken (best practice) anwenden.

Beispiel: Ich koche einen Auflauf und halte mich strickt an ein Rezept.

 

 

Kompliziert

Auch hier können wir auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Das Ziel steht fest, allerdings gibt es viele Faktoren, die Berücksichtigt werden müssen. Daher ist in der  Beziehung zwischen Ursache und Wirkung eine Analyse von Experten erforderlich. Die Vorgehensweise ist also: Sense - Analyze – Respond und auch hier sind zumeist Erfahrungswerte bzw. gute Praktiken (good practice) anwendbar.

 

Beispiel: Ich koche ein 7 Gänge Menü für 10 Personen. Rezepte müssen aufeinander abgestimmt, Zeitabläufe genau definiert und Abhängigkeiten berücksichtigt werden.

 

 

Dies sind zumeist Fälle für ein klassisches Projektmanagement.

 

Komplex

Im Komplexen wissen wir nicht genau, wie das Endergebnis aussehen wird. Wir haben eine grobe Vorstellung, einen sogenannten Zielraum, aber wie der genau aussieht und wir dort hinkommen ist unklar. Erst im Nachhinein können wir erkennen, welche Wirkung unsere Aktivitäten hatten. In dem Fall ist also „Ausprobieren“ das Mittel der Wahl oder auch Probe - Sense – Respond. Kommen wir mit dem Ergebnis einen Schritt weiter zu unserem Zielraum, bauen wir darauf auf. Wenn nicht, wird was Neues ausprobiert.

 

Beispiel: Ich möchte in meinem Restaurant die besten Aufläufe der Stadt anbieten. Weis aber noch nicht genau, wie ich dazu die Rezepte verändern muss.

 

Dies sind zumeist Fälle für ein agiles Projektmanagement.

 

 

 

Chaotisch

Chaotisch ist hier nicht wörtlich zu nehmen. Es steht eher für „unklar“ oder „undefiniert“. Es gibt keine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung oder in der Praxis formuliert: es sind keine Erfahrungswerte vorhanden wie ich eine Situation angehen kann. Hier heißt es aktiv werden und dann das Ergebnis anschauen und darauf reagieren (Act - Sense – Respond)

 

Beispiel: Ich kann mein Restaurant nicht mehr öffnen aufgrund der aktuellen Corona Situation. Was kann ich tun um zu überleben (Lieferdienst, YouTube Ratgeber, Kochkurse…)

 

Hier ist auch das agile Projektmanagement anzutreffen, vor allem aber auch das sogenannte Design Thinking.

 

 

Die fünfte Domäne nennt sich „Disorder“ und beschreibt den  Zustand des Nicht-Wissens, welche Art von Kausalität besteht. In diesem Zustand arbeiten die Projektteilnehmer auf der Art und Weise, wie sie sich am wohlsten fühlen, unabhängig ob es die passende Methode wäre oder nicht.

Bei den Projekten, die Sie mit uns Umsetzen wollen, steht eine solche Analyse im Normalfall als erster Schritt im Vordergrund.

 

 

Ihr Ansprechpartner

 

Claudia Heitländer

 

Position:   Agile Coach

Tel.:            +49 521-801 1503

Mail:           claudia.heitlaender@techniklotsen.de

Webinare, Seminare und Workshops

  • Oktober 2020:  Ausbildung "agilen Projektmanager / Projektmanagerin"
  • 03. Dezember: Workshop "Retrospektiven als Mittel zur Teambildung"
  • 20. Januar 2021: Flip Chart Workshop "erfolgreich visualisieren"