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Agile Methoden im öffentlichen Umfeld – realistisch oder Wunschtraum?

Agiles arbeiten wird häufig gleichgesetzt mit Spontanität, Kreativität, Neugierde und Schnelligkeit. Aus diesem Grund kommen agile Methoden

zumeist auch in Branchen vor, die genau diese Aspekte auch umsetzen können. Keiner denkt dabei an Projekte im Bereich der öffentlichen Verwaltung. So steht doch gerade die öffentliche Verwaltung in dem Ruf, eher zäh, langsam und konservativ zu sein. Und irgendwie hat es bestimmt auch seine Berechtigung.

Heißt das aber, dass agiles Arbeiten und öffentliche Verwaltung nicht miteinander funktionieren?

 

Ich denke nein.

Es gilt nun zu schauen, in welchem Bereich die agilen Artefakte eingesetzt werden. Wie bei allen Projekten ist natürlich im Vorfeld abzuklären, was für ein Projekt es eigentlich ist. Projekte im einfachen oder im komplizierten Bereich, sollten auch bei öffentlichen Trägern eher klassisch abgehandelt werden.

 

Aber auf was für Projekte treffen wir denn bei Städten, Gemeinden und Kommunen?

In der Regel sind es Projekte im Bereich der Bürgerdienste oder die Umsetzung von neuen Richtlinien. Aber auch der Bau oder die Sanierung von Gebäuden, Straßen oder Fahrradwegen kommt immer wieder zum Tragen. Wie bei allen anderen Unternehmen auch, gibt es des Weiteren ebenfalls interne Organisations- oder IT Projekte.

 

Alles in allem also eine Vielzahl von Themen, bei denen es bestimmt auch Bereiche gibt, die als komplex gewertet werden können und damit in das agile Habitat fallen würden. Natürlich gibt es gerade bei öffentlichen Trägern Vorgaben, die erschwerend ins Gewicht fallen. Zeiten müssen häufig eingehalten werden, um nachfolgende Komplikationen zu vermeiden. Gerade beim Ausprobieren im agilen Arbeiten, kann aber schwer vorausgesehen werden, wann wir das Ziel erreichen beziehungsweise wie das Ziel überhaupt aussieht.

Ein Risiko, das im öffentlichen Umfeld häufig nicht so gerne gesehen wird.

 

Dazu kommt, dass Themen wie Scrum, Kanban oder Retrospektive bei öffentlichen Trägern noch nicht so bekannt sind. Sie wurden in der Vergangenheit einfach nicht gelebt. Und es kommt wie so häufig: Man mag das, was man kennt, und belässt alles beim Alten - leider. Aber es gibt auch Gemeinden und Städte die sich schon an das Thema heran getraut haben. Das neue Einführen von Fahrradwegen zum Beispiel. Hier „in das Experimentieren“ zu kommen birgt ggf. ein Risiko. Aber es gibt auch die Chance für Geschwindigkeit. Daher ist mein Appell: Mehr Mut!

 

Zusammenfassend würde ich es so formulieren: Gerade im behördlichen Umfeld ist Sicherheit, Stabilität und Kalkulationsfähigkeit häufig gewünscht oder sogar notwendig. Das spricht gegen agile Methoden. Aber es gibt auch genügend Bereiche, wo agiles Arbeiten sehr gut hineinpasst. Gerade bei Themen, wo es auf den ersten Blick keine pauschale Lösung gibt. Dazu plädiere ich für einen neuen Blick, beziehungsweise eine neue Projektkultur. Durch Schulungen und Weiterbildungen im Bereich agile Projekte lässt sich bestimmt eine neue Sichtweise etablieren und Hemmschwellen abbauen.

 

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Über den Autor:
Maik Wickbold ist bei den Techniklotsen vor allem für die agilen Projekte zuständig. Als Agile Coach und Scrum Master begleitet er Projektteams und Fachkräfte bei der Umsetzung Ihrer Projekte und dem Erreichen Ihrer Ziele. Sie haben Fragen oder Wünsche zum Thema? Maik freut sich auf Ihre Nachricht.

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