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Das agile Manifest

 

... aus der Softwareentwicklung aber nicht nur für die Softwareentwicklung

 

Das agile Manifest gehört zu den Grundbausteinen agilen Arbeitens. Das Anfang der 2000er Jahre entstandene Pamphlet beinhaltet die 4 Leitsätze agilen Arbeitens sowie diese seinerzeit verstanden und genutzt wurden.  

Dies sind im Ursprung:

 

  • Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software ist relevanter als eine umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen
  • Reagieren auf Veränderung ist wichtiger als das Befolgen eines Plans

 

Nicht falsch verstehen, alle diese Aspekte sind wertvoll und wichtig. Im agilen Kontext haben die orange hervorgehobenen Positionen aber einen höheren Stellenwert. Der Fokus liegt dabei auf das Zusammenspiel von Menschen. Mit meinem Gegenüber aktiv zusammen an einer Lösung zu arbeiten und schnelle kleine Erfolge auf  aktuelle Situationen zu bewältigen hat Vorrang gegenüber den klassischen Aspekten einer Zusammenarbeit.

 

Diese Leitsätze bilden das Fundament des agilen Arbeitens, auf das so viele Gedanken, Methoden und Arbeitseinstellungen aufbauen. Hinter diesem Fundament finden wir in der Literatur noch 12 Prinzipien. Diese Prinzipien bauen die Art des Zusammenarbeitens noch weiter aus und lauten:

 

  1. Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung unseres Produkts/unserer Dienstleistung zufrieden zu stellen.
  2. Heiße Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
  3. Liefere funktionierende Produkte/Dienstleistungen regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne. 
  4. Fachleute aus verschiedenen Bereichen müssen während des Projekts täglich zusammenarbeiten.
  5. Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
  6. Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an ein und innerhalb eines Teams zu übermitteln, ist das Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
  7. Funktionierende Dienstleistungen/Produkte sind das wichtigste Fortschrittsmaß.
  8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, das Team und die Nutzer der Dienstleistung sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
  9. Ständiges Augenmerk auf fachliche Exzellenz und gute Gestaltung der Arbeitsabläufe fördert Agilität.
  10. Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist essenziell.
  11. Die besten Arbeitsrahmen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbst organisierte Teams.
  12. In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und es passt sein Verhalten entsprechend an.


Spätestens hier finden wir unsere Werte aus der agilen Arbeit auch konkret wieder. Selbstorganisierte Teams, Reflexionen im Rahmen eines PDCA Zyklus oder auch die Methode, die Menge der zu tätigenden Arbeit so niedrig wie möglich zu halten stehen quasi für agile Arbeitsmethoden. Was aber auch auffällt: die Prinzipien berufen sich nicht mehr direkt auf die Softwareentwicklung. Auch wenn das für die Schreiber dieser 12 Prinzipien eventuell unwichtig war, so ist es für uns absolut relevant.

 

Tipp: Agiles Arbeiten geht überall, nicht nur in der Programmierung.

 

Ich höre immer wieder Sätze wie: „Bei Ihnen in der IT mag das ja gehen, aber in unserer Branche passt agiles Arbeiten nicht rein“.  Dabei ist dies nicht korrekt (und dient manchmal auch gerne zur Vermeidung bestimmter Tätigkeiten oder Prozesse). Wenn man sich die Prinzipien oben genau durchliest, wir man sehen, dass diese  in fast jeden Arbeitsalltag eingebaut werden können. Am besten natürlich, wenn das Team diese auch lebt. Denn die besten Prinzipien nutzen nichts, wenn die eigenen Werte darunter nicht harmonisch zu ihnen sind.

 

In diesem Sinne ein gute Gelingen

 

Maik Wickbold | Techniklotsen GmbH

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Über den Autor:
Maik Wickbold ist bei den Techniklotsen vor allem für die agilen Projekte zuständig. Als Agile Coach und Scrum Master begleitet er Projektteams und Fachkräfte bei der Umsetzung Ihrer Projekte und dem Erreichen Ihrer Ziele. Sie haben Fragen oder Wünsche zum Thema? Maik freut sich auf Ihre Nachricht.

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