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Patient Deutschland #22

Tobias Krick ist Co-Founder von Healthcare Innovations. Mit dem Netzwerk will er das Gesundheitswesen revolutionieren und dafür sorgen, dass die vielen Stakeholder in Zukunft einfacher miteinander sprechen und sich gegenseitig unterstützen können.

In dieser Folge von „Patient Deutschland" hat sich Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen, mit Tobias Krick über Healthcare-Startups gesprochen und sich mit ihm darüber ausgetauscht, warum Kooperationen auf Augenhöhe so wichtig sind.

Warum braucht das Gesundheitswesen ein intersektionales Netzwerk?

Tobias Krick ist Influencer im Gesundheitswesen und bezeichnet sich selbst als „Healthcare Rebell“. Dieser Titel ist durchaus angebracht, denn mit seinem Netzwerk „Healthcare Innovations“ möchte er alle Player des Gesundheitswesens vernetzen, um somit Innovationen zu fördern. Auf den ersten Blick klingt das verhältnismäßig wenig rebellisch, doch weit gefehlt. Während seines Studiums des Gesundheitsmanagements an der Uni Bremen belegt Krick einen Kurs, der vermitteln soll, wie man im Healthcare-Bereich ein Start-Up gründet. Wichtige Tools und Hilfsmittel wurden dabei aber nicht vermittelt. Deshalb fing er an, sich selbstständig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei entstand der Blog gesundheit-innovativ.de, der sich ganz praxisnah der Frage widmet, wie man ein Healthcare-Start-Up gründet und zum Erfolg bringt. Mit diesem Blog entwickelte sich bei Krick die Erkenntnis, dass das Gesundheitswesen generell revolutioniert werden muss, weil sich Innovationen nur schwer durchsetzen. Tobias Krick hat sich deshalb ein neues Ziel gesetzt: Er wollte als Gründer eine zentrale Anlaufstelle für Innovationen etablieren, da nur auf diese Weise Veränderungen von Innen heraus möglich seien. Über den Blog lernte Tobias auch seine beiden Mitgründer kennen, mit denen er heute das Netzwerk betreibt.

 

„Vor zweieinhalb Jahren war das Gesundheitswesen eine frustrierende Branche, wenn es um Innovationen ging“, erzählt Tobias Krick, „heute erlebe ich einen regelrechten Boom um das Thema.“ Damit diese Innovationen auch gesehen und Wissen geteilt werden kann, soll das Netzwerk “Healthcare Innovations” alle relevanten Player des Gesundheitswesens versammeln, also Verbände, Versicherer, Forschung und verschiedene medizinische Berufsgruppen. Es sollen dabei so viele Synergie-Effekte wie möglich unter den Beteiligten entstehen, um das System ganzheitlich zu verändern.

 

Sind wir nicht vernetzt genug?

Dabei gibt es doch im Gesundheitsmarkt bereits Zusammenschlüsse wie beispielsweise die Kassenärztliche Vereinigung. Wozu benötigt es also weitere Netzwerke? „Ein Netzwerk bringt erst einen Mehrwert, wenn Grenzen zwischen den Disziplinen aufgebrochen werden“, meint Tobias Krick, „die bestehenden Vereinigungen denken nicht intersektional. Dadurch wird verkannt, dass man nur gemeinsam das System verbessern kann in seiner Innovationslust.“ Dafür soll “Healthcare Innovations” die zentrale Anlaufstelle werden, um für alle Player des Gesundheitswesens eine nützliche Plattform zu bieten. Dafür visieren die Gründer für dieses Jahr einen Wechsel der Netzwerkstruktur an. Früher wurden Verträge untereinander geschlossen – schon bald möchte die Plattform auf ein Mitgliedersystem umsteigen. „Wenn man einen Vertrag abschließt, wird dort konkret beschrieben, welche Leistung zu welchen Konditionen erbracht werden soll – es wird in den seltensten Fällen aber etwas darüber hinaus gemacht“, merkt Tobias Krick an, „bei einer Mitgliedschaft ist jedes Mitglied mit für das Netzwerk verantwortlich.“ Auf diese Weise soll der proaktive Austausch weiter gefördert und initialisiert werden, damit die größtmöglichen Synergie-Effekte entstehen.

 

Augenhöhe ist entscheidend

„Grundsätzlich geht alles in die richtige Richtung“, meint der Experte, „jedoch findet im derzeitigen Umfeld keine Kommunikation auf Augenhöhe statt.“ Bei den implizierten Machtgefällen unseres Systems zwischen den verschiedenen Playern, könne das auch gar nicht stattfinden. Es braucht für die Kommunikation eine unabhängige Moderation, die alle Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten versteht und die Diskussion vorantreibt – “Healthcare Innovations” will genau das bieten. Start-Ups, Krankenhäuser und Krankenkassen müssen zusammenkommen, um Wissen zu generieren und es schließlich allen zugänglich zu machen. So kann nicht nur für die Patient:innen der größtmögliche Mehrwert geschaffen werden, sondern es entsteht auch für alle Beschäftigten des Gesundheitssystems ein besseres und agileres Umfeld.

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Health&Care Management, dem Fachmagazin für Entscheider:innen und Meinungsführer:innen in Krankenhäusern, Privatkliniken, Alten- und Pflegeheimen.