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Corona Tagebuch #20

Von wegen Sinnkrise!

Ein Wort, das im letzten Jahr allerorts zu finden war, ist purpose. Unternehmen wollten nicht mehr nur einfach ihrem Geschäft nachgehen, sondern auch den Sinn und Zweck hinter ihrem Tun ergründen. Sie wollten eine Mission definieren, gleichermaßen für Kund*innen und Mitarbeiter*innen, und damit die Welt zu einem besseren Ort machen. Die Gesundheitsbranche hat in diesem Zusammenhang einen bedeutenden Vorteil: Es geht immer in der einen oder anderen Weise um die Menschen und darum, ihnen etwas Gutes zu tun.

 

Purpose: IT hat tatsächlich Sinn und Zweck

 Auch wir, die Techniklotsen, sind Teil dieses Systems. Unsere Dienstleistung stellt sicher, dass Patient*innen gut versorgt sind, dass Bewohner*innen in einer sicheren Umgebung leben können und dass medizinisches und Pflegepersonal unter guten Bedingungen arbeiten kann. Doch im Alltag kann das schon mal in Vergessenheit geraten, wenn man sich mit Detailfragen beschäftigt und das große Ganze aus dem Blick gerät. Durch die Corona-Krise jedoch ist mir und auch meinem Team noch einmal bewusst geworden, welche Bedeutung die IT für die von uns betreuten Einrichtungen hat. Ganz besonders deutlich wurde mir das diese Woche, als wir eine große Tablet-Lieferung organisierten.

 

Schon zu Beginn der Krise haben wir in Szenarien gedacht, um auf unterschiedliche Entwicklungen adäquat reagieren zu können. Unter anderem war schnell klar, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt der Zugang zu Altenpflege-Einrichtungen nicht mehr möglich sein und dass die Isolation aus Sicht der Bewohner*innen zur größten Herausforderung werden wird. Parallel zu den akuten Aufgaben haben wir deshalb mit der Entwicklung einer “digitalen Cafeteria” begonnen. Einem eigenen Tool für Video-Telefonie, mit dem der Kontakt zwischen Bewohner*innen in einer Einrichtung und Angehörigen außerhalb möglich ist. Und zwar ohne Account bei Skype, Zoom, FaceTime etc. und ohne Sorgen beim Datenschutz.

 Wir hatten ein Ziel fest im Blick: Zu Ostern, dem Hoffnungsfest, sollte es fertig sein. Wir haben also Schritt für Schritt ein System aufgebaut und jetzt, kurz vor Ostern, ist es als “minimum viable Produkt” fertig geworden. Also gerade so, dass es vernünftig funktioniert, aber noch ohne jede Verzierung und jeden Schnörkel auskommt. Eigene Endgeräte der Bewohner*innen haben wir in den letzten Tagen mit einem entsprechenden Zugang ausgestattet. Und wo keine eigenen Tablets oder Smartphones zur Verfügung standen, da haben wir über 40 Stück neu angeschafft und ebenfalls mit dem System ausgestattet.

 

Die Reaktion darauf war überall und ohne Ausnahme: Ein glückliches Lächeln auf den Gesichtern der Bewohner*innen, die nun wieder eine Kontaktmöglichkeit zu ihren Angehörigen haben. Und auf den Gesichtern der Pflegekräfte, die dies ermöglichen können. Gerade an den Feiertagen ist das wichtig. Und ich bin stolz, dass wir mit unseren Mitteln aktiv und sehr spürbar zur Lösung des Problems unter den gegebenen Bedingungen beitragen konnten.

 

Was ist das Gegenteil von Sinnkrise?

 Sicherlich gibt es in der aktuellen Lage viele Menschen aus anderen Branchen, die in eine berufliche Sinnkrise fallen. Weil ganze Berufszweige momentan die Geschäftsgrundlage entzogen ist, weil Zeit ist, Dinge zu hinterfragen und weil sich plötzlich Perspektiven verschieben. Ich kann für mich und auch sicherlich für einige meiner Mitarbeiter*innen sprechen und sagen, dass bei uns gerade das Gegenteil passiert: Selten war der Wert und der Nutzen von guter IT in der Gesundheits- und Sozialbranche so spürbar wie jetzt. Das Feedback unserer Kunden motiviert und setzt Kräfte frei. Kräfte, die wir brauchen, um auch die nächsten Herausforderungen zu lösen und weiter unsere Vision zu verfolgen: “Menschen haben Zeit für Menschen, Technik erledigt den Rest.” Oder im Fall der digitalen Cafeteria: Menschen haben Zeit für Menschen, Technik baut die Brücke. Zu Ostern, dem Hoffnungsfest.

 

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